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Urs ist ein Urgewächs des Journalismus. Aufgewachsen in Frankfurt (am Main), verbrachte er fast alle seine Ferien in der damaligen DDR, weil seine Eltern darauf bestanden, die dort lebenden Verwandten zu besuchen. Problem: Weil es damals noch den berühmten „täglichen Zwangsumtausch“ von Devisen gab und seine Mutter, nachdem sie bereits ganze Buchläden leergekauft hatte, irgendwann nicht mehr wusste, wohin mit der ganzen Ost-Mark, begann sie DDR-Mode einzukaufen. Die Folge: Urs ging in Frankfurt am Main mit Ost-Jeans zur Schule. Uncooler konnte man damals nicht sein. Und natürlich hatte das Konsequenzen: Der junge Herr Kellner stellte nämlich fest, dass die DDR ein „bescheuertes System“ war und beschloss nach dem Abitur, Journalist zu werden und seine ganze Energie dafür aufzuwenden, die alten Krusten des Regimes aufzudecken und abzutragen. 
 
Er bewarb sich bei der „Thüringischen Allgemeinen“ als Volontär, verbrachte seine ersten Berufsjahre als Lokal-Reporter im Osten, und hortet noch heute mehrere Regalmeter ehemals geheimer Stasi-Unterlagen, aus denen hervorgeht, „was das für ein Verbrecherstaat war“.
 
Irgendwann wechselte er zu ProSieben, später zu RTL. Dann landete bei SPRINGER, um dort BILD TV aufzubauen, und machte sich anschließend mit der Kamera in der Hand selbstständig.
 
Und das ist er, trotz Medienkrise, noch heute. Was ihm das Überleben in der vom Kosten- und Quotendruck gepeinigten Branche ermöglicht hat, ist sein von der Pike auf gelerntes Handwerk: Er kann recherchieren, kommt Hintergründen und Geschichten auf die Spur und kann die auch in Szene setzen. Außerdem ist er ein unkomplizierter Kollege, der nicht viel Zeit damit verbringt, sich über Dinge aufzuregen, die eben nicht so sind, wie man sich das als Kameramann und Redakteur eben wünschen würde.